Schon zu Zeiten des analogen Fahrbetriebs mit automatischer Steuerung per Schaltwippen sorgte ein zweiter Schleifer, meist am Ende des Zuges, für ein Chaos auf der Moba. Bei einer digitalen Anlage besteht diese Gefahr grundsätzlich auch.

Aber es gibt Abhilfe, und die ist gar nicht so kompliziert, wie man sich das vorstellen könnte. Frank Klose hat uns seine Lösung auf dem Februar-Stammtisch vorgestellt. Und nun könnt Ihr es hier auch nachlesen.

Anleitung

Diese Anleitung beschreibt die automatisierte Steuerung eines mehrgleisigen Schattenbahnhofs mit mehreren Stromfühler-Rückmeldern, einem S88-Decoder, mehreren S-DEC-Decodern für Stromlosstrecken und auf der CS2 definierten Fahrstrassen. In meinem Schattenbahnhof verwende ich Stromfühler-Rückmelder "GB-M1" von IEK. Die Halteabschnitte werden durch "S-DEC"-Decoder ebenfalls von IEK geschaltet.

Das ganze schaut als Gleisplan so aus:

Gleisplan im Schattenbahnhof.

Das Problem dabei ist: Wenn der Zug den Schattenbahnhof verlässt und am Ende des Zuges ein Wagen mit Stromschleifer mitfährt, dann löst dieser Wagen-Schleifer den Kontakt auch aus und es gibt Chaos, weil die Fahrstrasse abgearbeitet wird. Der abfahrende Zug wird vom nun ebenfalls losfahrenden Zug vom Nachbargleis gerammt (Flankenfahrt). Um das zu vermeiden, musste eine zusätzliche Bedingung eingeführt werden. Da die Stromfühler immer zuverlässig funktioniert haben und ich damit weiter arbeiten möchte, sollte die zusätzliche Bedingung ebenfalls durch den Einbau von Stromfühlern umgesetzt werden. Es wird ein zweiter Stromfühler als Rückmelder eingebaut, so dass die auf der CS2 definierte Fahrstrasse nur schaltet, wenn der zusätzliche Rückmeldeabschnitt "frei" ist. Also ein Praxis-Beispiel für eine Fahrstrasse mit zwei Rückmeldern.

So ändert sich der Gleisplan dadurch:

Auf der CS2 wird in der Fahrstrasse bei den Kontakten neben dem "Auslöser" eine zusätzliche "Bedingung" hinterlegt:

Bei der "Bedingung" wird über das Gleissymbol festgelegt, dass der Kontakt nicht belegt sein darf. So sieht die Verkabelung mit Bauteilen von IEK und einem "Signal" (in diesem Beispiel ein Lichtsignal) aus. Im "echten" Schattenbahnhof ist anstelle des Lichtsignals ein SDEC-Decoder von IEK im Einsatz.

Folgendes geschieht nun:

Die aus dem Schattenbahnhof herausfahrende Lok fährt auf den Meldeabschnitt der "Bedingung" - die dadurch "belegt" ist. Ein mit diesem Zug aus dem Schattenbahnhof abfahrender Wagen mit Stromschleifer kann nun den anderen Kontakt ("Auslöser") belegen - die Fahrstrasse wird nicht abgearbeitet. Der Meldeabschnitt für die "Bedingung" muss allerdings so lang sein, dass die Belegt-Meldung so lange andauert, bis der letzte Wagen den "Auslöser" überfahren hat. Im Gleisplan oben ist das in "orange" eingezeichnet. Das könnten bei sehr langen Abschnitten auch mehrere Rückmelder sein. Dann sind bei der CS2-Fahrstrasse entsprechend weitere "Bedingungen" (= dürfen alle nicht belegt sein) zu definieren.

Diese kleine Erweiterung kann ich mit jeweils nur einem zusätzlichen Stromfühler im Ausfahrtbereich des Schattenbahnhofs umsetzen. Da ich das gleiche Prinzip an drei Stellen der Anlage nutzen werde, ist der Aufwand dafür überschaubar.

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